E-Mitwirkung soll den städtischen «Knoten Feldlistrasse» lösen

Bereits seit einigen Jahren vertraut die Stadt Rapperswil-Jona auf die Mitwirkung der Bevölkerung. Der Zeit entsprechend können Bürger und Bürgerinnen via Online-Plattform die Zukunft der Stadt mitgestalten. Das gilt auch für das Projekt Knoten Feldlistrasse. Als Rapperswiler sowie Landschaftsplaner und Inhaber von Hunziker Landschaftsmanagement, habe ich mit viel Freude am partizipativen Prozess teilgenommen. In der Mitwirkungsplattform sehe ich ein niederschwelliges Angebot für jung und alt, um die Zukunft der Stadt mitzugestalten.

Ein Blick ins Jahr 2016 macht deutlich, der Knoten St. Gallerstrasse/Feldlistrasse hat bei der Bevölkerung einen schweren Stand. Obwohl er den Anforderungen damals wie heute nicht mehr genügt und ein Problem für die Erschliessung des südlichen Einzugsgebiets darstellt, wurde das Projekt 2017 an der Urne vom Volk verworfen. Das damalige Vorhaben wurde nun zum Projekt «Knoten Feldlistrasse» überarbeitet. Die Version 2022 enthält die drei Teilprojekte «Betriebskonzept St. Gallerstrasse – Feldlistrasse», «Unterhaltsprojekt, Ausbau Bushaltestelle Erlen» und «Neubau Kreisel Porthof».

Grundstückbesitzer als Zünglein an der Waage

Das Gesamtprojekt löst die vor Ort bestehenden Probleme, soweit dies mit dem vorhandenen Platz und wenig Einfluss auf die angrenzenden Flächen möglich ist. Der motorisierte Individualverkehr kann mit einer mittleren Wartezeit von weniger als 70 Sekunden durch den Knoten geführt werden. Auch der Langsamverkehr mit Fussgänger und Velos erhält entlang der St. Gallerstrasse genügend Raum. Dank Busspuren und Haltestellen vor den Ampeln kann der Bus in Stosszeiten vorgezogen werden. Hierfür werden allerdings Flächen von Privatgrundstücken benötigt. Dieser Umstand macht den Einbezug der Grundeigentümer für den Erfolg des Projekts wichtiger als eine Vernehmlassung der gesamten Bevölkerung.

Eine Frage gilt es zu klären

Mit der Verlängerung der Einspurstrecke mit Insel und der Busspur, wird die St. Gallerstrasse um die Busspur verbreitert und in Richtung Erlenpark gedrückt. Die stadtauswärtsführende Spur, kommt neu an der Stelle des heutigen Trottoirs zu liegen. Darum wird der Stoppstreifen und die Ampelanlage der Feldlistrasse samt dem Fussgängerstreifen zurückverlegt. Das zukünftige Trottoir wird flacher geführt. Hier stellt sich jedoch die Frage, ob diese Kurve als Schleppkurve für die Sattelschlepper geplant wurde. Über die Feldlistrasse wird die Anlieferung für die grossen Industriebetriebe Geberit, Feinstanz und die ganze Industrie an der Stampfstrasse abgewickelt. Da in dieser Kurve auch der neue Fussgängerstreifen liegt, ist es aus Sicherheitsgründen absolut notwendig, dass die Schleppkurve eingehalten ist und die Auflieger nicht über das Trottoir gezogen werden müssen.

E-Mitwirkung, eine Win-win-Situation

Für die Mitwirkung hat die Stadt Rapperswil-Jona auf mitwirken-rapperswil-jona.ch der Bevölkerung diverse Unterlagen zur Verfügung gestellt. Auf der Online-Plattform kann sowohl zu einzelnen Massnahmen direkt Stellung bezogen als auch das Projekt mit einer Gesamtwürdigung betrachtet werden. Beide Möglichkeiten sind benutzerfreundlich dargestellt und ein Upload der eigenen Daten einfach zu vollziehen. Für mich eine gelungene Sache: Mit dieser modernen Form der Mitgestaltung unseres Lebensraumes, erhält die Stadt Rapperswil-Jona wertvolle Einblicke in die Köpfe seiner Bewohnerinnen und Bewohner. Gleichzeitig bietet sie der Bevölkerung einen einfachen Weg, Meinungen und Ideen für eine lebenswerte Zukunft mitzuteilen.

Das Bild stammt aus zsz.ch

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